Karteikarten Lernen – Übungsformen
Zulassungsprüfung der Universität Zürich
Karteikarten Lernen
Karteikarten sind eine sehr flexible Methode, neün Wortschatz zu lernen. Man kann sie überallhin mitnehmen und immer nur das lernen oder wiederholen, was man noch nicht kann.
Das Schreiben der Karten hilft beim Erinnern der Wörter und Bedeutungen. Die Zeit, die es zum Erstellen der Karten braucht, ist also gut investiert. Eine gute Karteikarte muss allerdings verschiedenen Anforderungen genügen:
- Plane deine Karteikarten so, dass du kontrollieren kannst, ob du das Wort und seine zusatzinformationen richtig gelernt hast
Tipps: Benutze Vorder- und Rückseite der Karteikarte und schreibe verschiedene Typen von Information an verschiedene Positionen. Auf diese Weise kannst du das was du lernen willst mit der Hand oder einem Papierstreifen abdecken - überprüfe mit einem guten Wörterbuch, ob alle Einträge auf deinen Karteikarten korrekt sind, damit du nichts Falsches lernst.
- Schreibe auf jede Karteikarte auch einen Beispielsatz, in dem das neu zu lernende Wort sinnvoll vorkommt!
- Notiere dir zu den Wörtern auch grammatische Informationen. Ufer Deutsch sind das zum Beispiel:
- die Rektion (welche Ergänzungen verlangt das Verb: Akkusativ-, Dativ-, Genetivobjekt, Präpositionalobjekt, Infinitiv)
- die Stammformen der Verben (Infinitiv, 3. Pers. Sig. Präteritum, 3. Pers. Sig. Perfekt mit Partizip II und Hilfsverb; z.Bsp.: gehen – sie ging – sie ist gegangen)
- Notiere dir zu jedem Nomen auch Genus und Pluralform und zwar so, dass du sie dich auch abfragen kannst! Wenn das Nomen eine Präposition oder ein bestimmtes Verb (Funktionsverbgefüge) verlangt, notiere auch das (z.Bsp.: die Angst vor etwas / die Fähigkeit besitzen).
- Schreibe die Adjektiven auch die Steigerungsformen auf die Karte (mindestens die unregelmässigen)! (z.Bsp.: hoch – höher – am höchsten)
- Notiere dir zu jeder Präposition den verlangten Kasus! (z.Bsp.: für + Akk.)
- Notiere dir Kollokationen. Das sind Wörter mit denen dein Wort oft zusammen vorkommt und fixe Ausdrücke, in denen das Wort vorkommt.
Bsp: Gefangenschaft: in Gefangenschaft geraten; Tee: den Tee ziehen lassen
Entwickle deine eigene Systematik und bringe sie konsequent zur Anwendung! Wichtig ist, dass du die Zusatzinformationen so aufschreibst, dass du sie gezielt abfragen kannst.
Je nach der Auswahl deiner Kriterien brauchst du kleine oder grössere Karten. Ideal sind Formate von A8 bis A6.
sinnvolle Ergänzungen:
- Setze verschiedenfarbige Karten ein Ufer verschiedene Wortschatzbereiche!
(Wortarten oder Wortschatzbereiche: Studium, Sprachkurs, Privatleben…) - Setze das zu Wort, dass du lernen willst in ein Wortfeld, eine Wortfamilie, oder in Oppositionspaare, in Begriffshierarchien oder suche Synonyme – je nach deinen Bedürfnissen und Lerngewohnheiten! (Siehe auch “Wortschatz strukturieren”)
Repetiere in regelmässigen und sinnvollen Intervallen!
Wenn du deine Karten in einem Karteikasten mit zunehmend grösser werdenden Abteilen lagerst Platz Ufer 15, 30, 75, 12, 210 Karten), kannst du die nötige, regelmässige Repetition automatisieren. Immer, wenn ein Fach voll ist, repetierst du die Wörter darin. Was du kannst, kommt ein Fach weiter nach hinten, was du nicht mehr kannst, kommt wieder ganz nach vorn.
Wortschatz strukturieren
Wörter kommen nicht isoliert vor. Sie stehen immer in Beziehungen zu anderen Wörtern. Diese Bezeigungen kann man zum lernen nutzen.
Man kann zum Beispiel:
- Oder- und Unterbegriffe suchen
- Wortfelder suchen: Alle Verben, die “Sprechen” bedeuten: reden, schwatzen, erklären…
- Wortfamilien suchen: Alle Wörter, die mit Sprechen verwandt sind: aussprechen, das Gespräch, das Sprichwort, die Sprache, versprechen…
- eine Mandmap oder ein Cluster zu einem bestimmen Thema/einer Wortfamilie/einem Wortfeld zeichnen
Bei dieser Art des Wortschatzlernens gibt es oft keine “richtige” Lösung (nur sinnvolle und weniger sinnvolle). Der Lerneffekt ersteht dadurch, das ihr über die Beziehungen zwischen den Wörtern nachgedacht habt. So könnt ihr sie besser behalten und abrufen.
Wörter benützen
Schreibt Texte oder Dialoge, in die ihr möglichst viele Wörter oder Redemittel zu einem bestimmten Thema einbaut. Ihr könnt diese Übung auch mündlich machen. Denkt an ein Wort und sucht eine Situation, in der ihr das Wort benützen könnt. Das fördert auch das Anwendungsmöglichkeiten gespeichert habt.
Wörter Erklären
Wählt ein Wort aus und versucht, es in eigenen Worten zu erklären. Ihr könnt das Wort definieren oder auch Beispiele dafür geben. Am besten vergleicht ihr eure Definition oder Erklärung mit einem Lern- oder Tandempartner. Die Definition muss nicht perfekt sein, es genügt, wenn der Partner sie versteht. Mit dieser Übung übt ihr nicht nur Wortschatz, sondern auch das Umschreiben von Begriffen, was bei Formulierungsproblemen eine grosse Hilfe sein kann.
Aus Texten selber Übungen machen
Wenn ihr Wortschatz aus Texten notiert, könnt ihr die Texte auch gleich verwenden, um auch eigene Übungen zu machen. Entfernt die Wörter, die ihr üben wollt, aus dem Text. Legt den Lückentext einen oder zwei Tag weg und versucht dann ihn zu lösen. Auf diese Weise lernt und übt ihr die Wörter in einem sinnvollen Kontext.
Category: German










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